„Vom Transhumanismus zur Technokratie“

  • Autor:

    Stefan Fuchs

  • Datum: 10.02.2026
  • Es wirkt wie Science-Fiction: man lädt seinen Geist auf die Festplatte eines Supercomputers und gewinnt so digitale Unsterblichkeit im Cyberspace. Der im kalifornischen Silicon Valley weitverbreitete so genannte Transhumanismus glaubt an die Erlösung des Menschen vom Tod durch die Technik. Technik gilt als bruch-lose Fortsetzung der biologischen Evolution. Der Mensch muss durch den Fortschritt schließlich zum Cyborg werden. Seine Körperlichkeit wird durch Exoskelette aufgebessert. Seine Denkfähigkeit durch Implantate im Gehirn erweitert. Die Transhumanisten beseelt ein inniger Glaube an die erlösende Kraft der Technik. Aber was die frühen europäischen Transhumanisten als Aufklärung und Fortschritt verstanden haben, hat sich inzwischen ins Gegenteil verwandelt. Heutige Vertreter des Transhumanismus wie der Tech-Unternehmer und Milliardär Peter Thiel haben den Transhumanismus ins Antidemokratische gewendet. Demokratie bedeutet für sie Stagnation. Nicht wirtschaftliche Konkurrenz, sondern Monopole seien die Motoren des Fortschritts. Der Herrschaft technischer Eliten gehöre die Zukunft. Für uns klingt das ziemlich wirr. Angefangen aber hat das mit den Pionieren des Transhumanismus vor mehr als hundert Jahren hier in Europa.