„Ein ChatGPt fürs Klima“

  • Autor:

    Stefan Fuchs

  • Datum: 17.02.2026
  • Künstliche Intelligenz hat die traditionelle Wettervorhersage revolutioniert, ohne dass das in der breiteren Öffentlichkeit so richtig zu Kenntnis genommen wurde. In der Vorhersage bis zu 10 Tagen ist eine KI, die mit Jahrzehnten historischer Wetterdaten trainiert wurde, den traditionellen numerischen Modellen deutlich überlegen. So genannte numerische Modelle versuchen die tatsächlichen physikalischen und chemischen Prozesse im Wetter-geschehen abzubilden. Sie stoßen an ihre Grenzen, wenn es beispielsweise darum geht, genaue Vorhersagen für längere Zeiträume oder ein eng begrenztes Gebiet zu machen. Dabei verbrauchen sie schlicht zu viel Rechenpower. KI-Wettermodelle brauchen in ihrer Trainingsphase ebenfalls enorme Computerressourcen. Sind sie aber einmal etabliert, kommen sie mit Bruchteilen der Rechenleistung und Rechenzeit zurecht. In einem von der Carl-Zeiss-Stiftung geförderten Forschungsprojekt am Karlsruher Institut für Technologie sollen die Vorteile von KI-basierten Modellen jetzt auf das gesamte Klima-Wetter- und Umwelt Geschehen des Planeten angewandt werden. Mit WOW für „a World model of Our World“ soll das komplexe Zusammenspiel von Atmosphäre, Wasser und Landoberflächen einschließlich Starkregen, Dürren und Wolkenbildung mit einer weiterentwickelten KI räumlich hochaufgelöst und auf allen möglichen Zeit Skalen abgebildet werden. Die Hoffnung dabei: ein funktionierendes KI-Weltklimamodell ließe sich auch auf andere hochkomplexe Wissenschaftsgebiete wie beispielsweise die Kosmologie übertragen.