„Notbremse in der Klimakatastrophe“
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Autor:
Stefan Fuchs
- Datum: 27.01.2026
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CO2 ist nicht das einzige Gas, das den Klimawandel antreibt. Vom Menschen verursachte Emissionen von Methan tragen zu einem guten Drittel zur Erwärmung des Planeten bei. Dabei ist Methangas ein deutlich stärker wirkendes Treibhausgas als CO2. Die gute Nachricht: Methan verbleibt nur relativ kurz in der Atmosphäre. Nach etwa einem Jahrzehnt wird es durch chemische Reaktionen in der Troposphäre ausgewaschen, während CO2 viele tausend Jahre seine klimaschädlichen Wirkungen entfalten kann. Mit einer entschiedenen Reduktion von Methanemissionen haben wir somit eine Art Notbremse in der Hand. Sie wirkt kurzfristig und kann den Klimakollaps vielleicht noch verhindern. Die EU Methan-Verordnung von 2024 verpflichtet die Mitgliedsländer deshalb zu einer strengeren Überwachung der Methanemissionen im Energiesektor. Er ist für 40 % der menschengemachten Methanemissionen verantwortlich, was ihn nach der Landwirtschaft zur zweitgrößten Quelle macht. Lecks in Pipelines und Förderanlagen sollen schnell entdeckt und geschlossen werden. Deutschland hat sich verpflichtet, seine Methanemissionen bis 2030 um ein Drittel zurückzufahren. Auf der Zugspitze betreibt der Campus Alpin des Karlsruher Instituts für Technologie ein hochmodernes Observatorium zur Messung von Spurengasen. Dort verzeichnet man seit 2007 einen deutlichen Anstieg der Methankonzentrationen.