„Eingeschlossenes Wasser verstärkt die Bindung gelöster Moleküle.“
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Autor:
Stefan Fuchs
- Datum: 20.01.2026
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Auf der molekularen Ebene ist vieles anders als in der Makrowelt, in der wir im Alltag leben. So zeigt auch Wasser in lebenden Zellen überraschende Effekte. Seit langem streiten sich Chemiker darüber, wie Wasser die Bindung darin gelöster Moleküle beeinflusst. Verhalten Wassermoleküle sich als neutrales Medium? Oder verstärken sie nicht vielmehr die Bindekräfte der darin gelösten Moleküle? Forschenden des Karlsruher Instituts für Technologie ist es jetzt in Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgruppe an der Constructor University in Bremen gelungen, diese nicht nur für die Biochemie wichtige Grundsatzfrage zu entscheiden. Durch die Simulation molekularer Vorgänge in standardisierten Lösungen konnten sie zeigen, dass die Zellbindung einer in Wasser gelösten Wirksubstanz durch den hydrophoben, d.h. den wasserabweisenden Effekt aktiv verstärkt wird. Das Ergebnis einer bahnbrechenden Grundlagenforschung, die neue Wege für die Entwicklung von Medikamenten und Sensoren eröffnet.