„Sind wir auf dem Weg in die neofeudale Technokratie?“

  • Autor:

    Stefan Fuchs

  • Datum: 17.03.2026
  • Die Demokratie steckt in der Krise. Nicht nur hierzulande sondern rund um den Globus. Und es gibt einen Verdacht: könnte es sein, dass der technologische Fortschritt damit zu tun hat? Überfordern die sich beschleunigenden technischen Revolutionen die Menschen? Sind es die immer perfekteren Instrumente der Naturbeherrschung, die zu der so ungleichen Verteilung des Reichtums geführt haben? Die politische und ökonomische Machtfülle der globalen Tech-Konzerne im amerikanischen Silicon Valley legt das zumindest nahe. Der deutsche Politikwissenschaftler Dirk Jörke und sein amerikanischer Kollege Benjamin Studebaker haben eine Studie zum Verhältnis von technologischer Modernisierung und liberaler Demokratie vorgelegt, die verstören muss: das Versprechen von Freiheit durch Technik gilt nicht mehr, lautet ihre These. Unerlässliche Vorbedingungen für funktionierende demokratische Aushandlungsprozesse werden durch die wie Naturkatastrophen über die Menschen hereinbrechenden Technikrevolutionen zerstört. Der Triumphzug der so genannten generativen Künstlichen Intelligenz ist dabei nur ein Beispiel. An die Stelle des Glaubens an den Fortschritt ist das Schreckgespenst einer neofeudalen Technokratie getreten.